Geschichte
Die Mühle Lotzwil wurde erstmals 1431 erwähnt, als Thüring von Aarburg seine Herrschaft Gutenburg mit Mühle und Säge an die Stadt Burgdorf verkaufte. Von ca. 1431 – 1680 wurde sie unter der Stadtherrschaft Burgdorf verwaltet. Der erste Kaufbrief, welcher im Staatsarchiv in Bern aufbewahrt wird, datiert vom 16.11. 1686.
Kauf- und Tauschbrief
Frau Anna Burri-Minder, in 2. Ehe Gattin des Ratsherren Johannes Burri, und ihre Tochter Anna Maria, aus 1. Ehe mit Felix Marti sel., letztere mit Handeln ihres Vogtes Hans-Rudolf Bracher, Freiweibel zu Lotzwil, übergeben tauschweise die ihnen gehörenede Mühle, Reibe, Stampfe, Behausung, Speicher(wo heute die Methodistenkirche steht), Gässli (heute Verbindungssträsschen zur Hauptstrasse) zu Lotzwil, samt Utensilien, Wasser, Wasserrechte, Wasserfall und diversen Landstücken an Caspar Scheidegger, Müller zu Waltrigen, Niklaus und Caspar Schär, des Hans Schär, Wirt zu Schmidigen, Söhne und Töchtermänner, und erhalten für den genannten Empfänger die letzteren gehörende Säge zu Oeschenbach samt einer noch zu zahlenden Summe von 20′000 Pfund und 8 Dublonen (1 Pfund = 1 Franken).
Vor Beendigung der Streitigkeiten wegen ausgelassener Bestimmungen starb Ratsherr Burri und der 3. Ehemann Hans-Rudolf Grieb, Eintreiber, brachte alles in Ordnung. Am 28. Mai 1696 wurde verurkundet, dass die Nachtauschsumme bis auf 4′000 Pfund bezahlt sei. Von dieser Zeit an weiss man nicht genau, wie lange Caspar Scheidegger die Mühle betrieben hat.
Aus einem Landaustauschvertrag aus dem Jahre 1792 geht hervor, dass die Mühle auch einem Johann Herzig, Müller zu Lotzwil, gehörte. Erwiesen ist, dass die Mühle während 2 Generationen von der Familie Herzig geführt wurde.
Am 16. Mai 1806 wurde die Mühle an Ulrich Seiler zu Leimiswil verkauft. 1835 wurde sie von dessen Sohn, Johann Seiler, Müllermeister, durch Erbauskauf übernommen. Aus Dokumenten geht hervor, dass die Mühle damals gut geführt wurde. Da aber keine Nachkommen vorhanden waren, wurde sie 1878, ungefähr 72 später, mit allen Rechten inkl. Land für Fr 80′000.– an Johann und Friedrich Widmer verkauft. Die Brüder wirtschafteten die Mühle aber derart ab, dass sie schon 7 Jahre später, am 11. Mai 1885 im Restaurant Kreuz, Langenthal, zwangsversteigert wurde.

